Warum das Büchergeld für Stipendiaten der Begabtenförderungswerke auf 300 Euro erhöht werden muss

Das Bundeskabinett hat am 8. September 2010 beschlossen, die Pläne zur Einführung des Nationalen Stipendienprogramms zum Sommersemester 2011 umzusetzen. Im Blog ist dazu bereits berichtet worden.

Eine der skurrielsten und bislang wenig beachteten „Nebenwirkungen“ dieses Beschlusses ist die Tatsache, dass gleichzeitig auch das Büchergeld für die Stipendiatinnen und Stipendiaten der existierenden Begabtenförderungswerke auf 300 Euro erhöht werden muss.

Warum ist das so?

Die Begabtenförderungswerke in Deutschland (Studienstiftung des Deutschen Volkes, Hans-Böckler-Stiftung, Kurt-Adenauer-Stiftung usw. – eine vollständige Liste findet sich z.B. auf den Webseiten des BMBF) werden zum überwiegenden Teil aus staatlichen Mitteln finanziert. Bei der Aufnahme in die jeweilige Stiftung wird auch mit entschieden, ob StipendiatInnen neben der ideellen Förderung auch eine materielle Förderung erhalten.

In der ideellen Förderung sind unter anderem die Teilnahme an Veranstaltungen der Stiftung, die Förderung von Auslandsaufenthalten und auch derzeit ein Büchergeld von 80 Euro monatlich enthalten. Die materielle Förderung orientiert sich an den BaFöG-Sätzen, wird aber nur einkommensabhängig gezahlt. Das heisst, wenn das Einkommen der Eltern (oder das eigene) eine bestimmte Höhe überschreitet, dann erfolgt nur die materielle Förderung.

Da nun aber das Nationale Stipendienprogramm eine einkommensunabhängige Förderung von 300 Euro im Monat in Aussicht stellt, wäre es Nahe liegend, dass sich Stipendiatinnen und Stipendiaten der Begabtenförderungswerke, die „nur“ ideell gefördert werden, dort bewerben. Denn es hat ja schon einmal erfolgreich eine Feststellung der „Begabung“ gegeben und 300 Euro sind deutlich mehr als 80 Euro im Monat.

Deshalb muß bei diesem Modell das Büchergeld auf diese bewussten 300 Euro angehoben werden. Da das aber nicht selektiv für die Stiopendiatinnen und Stipendiaten in der ideellen Förderung geht, bekommen es alle.

Besonders pikant ist die Tatsache, dass es von den Stipendiatinnen und Stipendiaten der Begabtenförderungswerke selbst eine Petition gibt, die sich gegen diese Erhöhung des Büchergelds ausspricht. Die Petition wurde zum April, also der Einbringung des Gesetzentwurfs geschlossen und von immerhin über 3100 Personen unterzeichnet!

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